Mein 'smarter' Briefkasten mit Homematic

Umbau mittels Funkmodul und Schließerkontakten

Mittlerweile gehört es ja bei fast jedem "Smart Home" zum guten Ton, auch seinen Briefkasten mit angeschlossen zu haben. Bei mir kam der Gedanke auf, weil ich doch recht häufig nachsehe, ob die Post da war oder etwas Neues im Kasten liegt. Das grenzt bei mir schon fast an Kontrollzwang. ;)

Somit habe ich mich also an den Umbau meines Briefkastens gemacht. Mir war es wichtig, dass die Informationen direkt im Homematic-System ankommen und ich diese mit der Zentrale weiterverwenden kann. Außerdem wollte ich Information darüber haben, ob nur Post eingeworfen wurde, oder ob der Briefkasten geleert wurde. Hierzu mussten also zwei Klappen separat überwacht werden.

Material

Aufbau Elektronik im Gehäuse

Ich habe mich bei dem Homematic Schließerkontakt für den Bausatz von ELV entschieden, da ich sowieso vor hatte Änderungen am Aufbau zu machen. Diesen musste ich also erstmal komplett zusammensetzen. Wie üblich ist auch dieser Bausatz sehr einfach gehalten. Am aufwändigsten war da noch die Anbringung des Funk-Moduls auf der Platine. Wer aber schon mal einen Lötkolben in der Hand hatte sollte das hinbekommen.

Anstelle der üblichen Kabel, welche zu den Kontakten gehen, habe ich einen Stecker angebracht. Somit kann ich das Funkmodul später leicht ausbauen. Da ich für mein Projekt nur zwei Schließerkontakte benötige habe ich den S3 freigelassen. Normalerweise wird der Funk-Kontakt mit einer 3V Knopfzelle betrieben. Aber zum einen ist der Wechsel der Batterie etwas fummelig, da man immer das ganze Gehäuse auseinandernehmen muss, zum anderen wollte ich eine möglichst lange Laufzeit erreichen. Also habe zwei Adern des Steckers an die Kontakte der Batterie angebracht, so dass ich eine beliebe Stromquelle verwenden kann.

Auf einer kleinen Platine habe ich die Aufnahme für die Stecker angebracht, auf welcher das Funkmodul einfach aufgesteckt werden kann. Zum Anschluss der Stromquelle habe ich einen 9V-Batterieclip angebracht. Somit kann ich beliebige 3V-Quelle anschließen und auch schnell wechseln.

Die größte Kapazität und damit hoffentlich längste Laufzeit bei günstigen Batterien haben vermutlich normale Mono-Zellen. Davon habe ich außerdem immer welcher im Haus, weshalb es sich angeboten hat solche für die Stromversorgung zu nehmen. Hierfür habe ich den passenden Batteriehalter bestellt. Leider passte dieser aber, wenn die Batterien eingelegt waren, nicht mehr in das Modul-Gehäuse. Darum musste ich den Boden bzw. die Rückseite des Batteriehalters mit einem Messer rausschneiden, so dass die Batterien etwas tiefer liegen. Danach passte alles wieder wunderbar.

Alles zusammen passt dann locker in das Modulgehäuse. An der Oberseite wurden die Kabel durch ein kleines Loch nach außen geführt. Das auf dem Foto verwendete Kabel habe ich später aber noch gegen zwei Kabel mit BEC-Stecker ausgetauscht, damit ich die Box einfacher aus dem Briefkasten nehmen kann, falls ich dort in Zukunft mal dran muss.

Das fertige Modulgehäuse mit der Elektronik


Mechanik und Montage

Für den oberen Kontakt an der Einwurf-Klappe musste eine Möglichkeit geschaffen werden, diesen zu montieren. Hierfür habe ich mithilfe einer Schablone aus einem alten Stück Alu-Profil, welches ich noch hatte, einen passenden Winkel geschnitten. An diesen wurde dann der Mikroschalter angebracht und weitere Löcher für Kabeldurchführung und Zugentlastung gebohrt.

Die Schalter wurden mit M3-Schrauben, U-Scheiben und einem Federring auf der Rückseite befestigt. Damit die Schauben allerdings passen, müssen die Löcher der Schalter mit einem 3mm-Bohrer erweitert werden. Diese haben standardmäßig nur 2,2mm breite Löcher.

Für den zweiten Kontakt an der großen Klappe und für die Aufnahme des Winkels wurden dann entsprechend Löcher gehört. Der untere Schalter konnte einfach an einem der Streben im Briefkasten angebracht werden. An die Endschalter wurden noch Kabel mit BEC-Stecker/Buchse an den NO-Kontakten angebracht und mit Schrumpfschlauch versiegelt. Somit ist der Kontakt "offen" bei geöffneter Tür und "geschlossen" bei geschlossener Tür. Das macht die Programmierung in der CCU später intuitiver.

Danach wurde alles im Briefkasten angebracht. Der Mikroschalter wurde verschraubt und der Winkel aufgrund von wenig Platz mit Nieten befestigt.

Die Schalter sind relativ unauffällig. Den vorderen sieht man eigentlich gar nicht, wenn der Kasten verschlossen ist. Nur der obere Kontakt ragt leicht aus der Öffnung.

Das Modulgehäuse wird einfach über die BEC-Stecker mit den Kontakten verbunden und steht dann selbstständig im Briefkasten. Eine Befestigung war nicht nötig. Da die Batterien und damit das größte Gewicht unten liegen steht dies stabil. Der Platzverlust im Briefkasten ist damit ebenfalls sehr gering.

Programmierung

Leider musste ich bei der Programmierung in der CCU3 Zentrale etwas tricksen. Bei meinem Briefkasten muss man die Einwurf-Klappe ebenfalls öffnen, wenn dieser geleert wird. Daher kann ich nicht einfach die beiden Kontakte getrennt betrachten, sondern muss mit Verzögerungen arbeiten.

Immer wenn die obere Klappe zum Einwurf geöffnet wird, wird die Systemvariable "Briefkasten" nach 30 Sekunden auf "neue Post" gesetzt. Wird innerhalb von diesen 30 Sekunden dazu noch die vordere Klappe geöffnet, werden alle anderen Verzögerungen beendet und der Status nach zwei Minuten auf "KPD" (keine Post da) geändert.

Ob dies fehlerfrei funktioniert, muss ich in der Zukunft testen. In ersten Versuchen hat dies geklappt, ich könnte mir aber vorstellen, dass es so hin und wieder zu falschen Meldungen kommen könnte. Bisher läuft es aber erstmal.

Fazit

Bisher, nach wenigen Tagen, erstmal eine nette Sache. Der mechanisch/elektrische Umbau läuft problemlos. Die Erkennung funktioniert und meldet jedes Ereignis. Ob meine Programmierung auf der Zentrale allerdings korrekt ist muss erst die Zukunft zeigen. So ganz traue ich meiner Arbeit an der Stelle selbst noch nicht. Außerdem bleibt noch abzuwarten, ob ich durch den Umbau weniger in den Briefkasten gucke. ;)

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Kommentare 4

Daniel

Daniel

#4 - 28 Sep 2018

Hallo Rainer,

ich hatte anfangs auch mit dem HM-SEC-SCO getestet, da ich den hier noch rumliegen hatte. Allerdings hat das bei mir, wie im Kommentar weiter unten beschrieben, nicht wirklich funktionier. Schalter sind da sicherer.

Ich wollte den Schalter auch erst dort hinsetzen, wo jetzt die Nieten sind. Das Problem war aber, dass Mikroschalter immer von der Seite angeschraubt werden müssen. Somit fehlte mir eine Montagemöglichkeit an der Stelle und ich wollte nicht, dass man dies von außen sehen kann. Aber ich finde es so auch noch recht gut, man sieht es nur, wenn man groß ist. ;)

Ja, senden und Empfang funktioniert sehr gut bisher! Ich hatte anfangs auch schon überlegt, ob das stören könnte. Wäre es so gewesen, hätte ich die Antenne an der Rückseite des Briefkastens Richtung Wand raus geführt. Aber bisher ist alles gut.

Rainer

Rainer

#3 - 28 Sep 2018

Hallo Daniel,
besten dank für deine Ausführungen.
Ich habe bei mir das HM-Sec-SCo in Betrieb. Der zeigt das Abdunkeln beim Einwurf optisch an.
Ist allerdings nicht so effektiv. An die Rückwand hab so einen Reflexspiegel geklebt. Hat aber wenig zur Verbesserung der Erkennung gebracht.
Das Rücksetzen steuere ich allerdings manuell mit IP-Symcon über mein Smartphone.

Deine Lösung gefällt mir ganz gut. Das Senden aus dem Faradaychen Käfig, dem Briefkasten scheint aber, wie auch bei mir zu funktionieren. Den Schalter der Einwurfklappe will ich mit in den Teil, wo bei dir die zwei Nieten sind einbauen. Mal sehen.

Daniel

Daniel

#2 - 25 Sep 2018

Ja, wieder etwas von meiner Bucket-List gestrichen: einen technisierten Briefkasten besitzen! ;)

Damit hatte ich auch erst getestet. Allerdings habe ich keinen Platz in meinem Kasten an der Klappe, um diesen Sensor sicher anzubringen. Hatte auch getestet, ob ich den optischen Sensos nutzen kann, um den "Durchwurf" der Post zu erkennen, aber das hat nur in den wenigsten Fällen geklappt. Daher zu unsicher. Schalter schienen mir jetzt in dem Falle die einfachste Lösung, weil sonst wie gesagt kein Platz war für anderes. Für die große Klappe hätte ich den Sensor nehmen können, aber da ich noch Kontakte bei dem Sender frei hatte machte das dann auch keinen Sinn.

Aber ich glaube die Kernaussage von deinem Kommentar war eh, ich brauche auch ein Tablet an der Wand!

Jan

Jan

#1 - 25 Sep 2018

Das wurde aber auch Zeit mit der Briefkastenüberwachung :)
Ich habe das einfach mit dem Homematic Fensterkontakt (optisch) gelöst - überwache damit jedoch nur den Posteingang (auch mit Pushbenachrichtigung per Pushover) und setze den "Alarm" an meinem Bedienpanel (Tablet) im Flur oder per Smartphone zurück, sobald der Kasten durch uns geleert wurde.