Anleitung: Mehr Empfang für die CCU3

Externe Antenne an der Homematic Zentrale

Nachdem der Netzwerkschrank fertig war, konnte ich mich langsam um die ganzen technischen Dinge im Haus kümmern. Schon vorher hatte ich bereits Smart Home Komponenten von Homematic/eQ3 im Einsatz und statte damit auch das neue Haus wieder aus. Passender Weise wurde vor kurzem die neue CCU3 Zentrale vorgestellt, mit welcher ich nun meine ganzen Sachen steuern werde.

Schon im alten Haus hatte ich aber hin und wieder Empfangsprobleme, weshalb ich dies bei dem nun sogar noch größeren Haus erst Recht erwartet habe. Und so war es dann auch. Einige Komponenten waren regelmäßig nicht erreichbar und manche Wandschalter konnte ich nicht mal an der Zentrale anlernen, da diese einfach keine Verbindung zur Zentrale bekam. Dabei war sicher auch nicht hilfreich, dass meine Zentrale im Netzwerkschrank untergebracht ist, was die Sendeleistung nochmal mindern dürfte.

Homematic CCU3 Warnungen

Die Wahl stand nun zwischen einem Homematic LAN-Gateway, oder aber die Zentrale um eine externe Antenne zu erweitern. Dies hat Vor- und Nachteile. Vorteile der Antenne sind ganz klar, dass man nur ein Gerät hat und nicht irgendwo im Haus noch ein zweites Gerät stehen muss. Auch minimiert das die Fehlerquelle. Aber auch die Kosten wäre mit etwa 70€ bedeutend höher. Der Nachteil der Antenne ist allerdings, dass man dadurch die Garantie auf die gerade neue Zentrale verliert.

Ich habe mich dennoch für die Antenne entschieden. Ja, die Garantie ist weg, aber für die Kosten des Gateways kann ich diese vermutlich immer wieder reparieren. Und mit der Antenne habe ich nur einen Punkt zur Wartung. Bei der Antenne habe ich mich für eine mit einem Kabel entschieden, damit ich diese außerhalb des Netzwerkschranks positionieren kann. Diese habe ich für knapp 10€ von Technikkram.net auf Amazon erstanden. So ging es also an den Umbau ...

CCU3 und externe Antenne

 

Bestandsaufnahme

Um die Zentrale auseinander zu nehmen benötigt man einen 7er Torx mit längerem Schaft. Mit einem normalen Bit wird man diese nicht öffnen können. Also entweder einen Schraubendreher oder einen Lang-Bit. Ansonsten ist die Öffnung aber sehr einfach. Es ist nichts geklebt und nichts gesteckt. Einfach nur vier Schrauben in den Ecken.

Torx 7 Schraube

Nach dem öffnen blickt man direkt auf den Raspberry Pi und das neue Homematic/eQ-3 Funkmodul, welche nebeneinander liegen. Das Funkmodul ist ebenfalls nur mit einer Schraube befestigt.

Geöffnete CCU3

Löst man diese Schraube, kann man das Modul einfach vorsichtig nach oben rausziehen, so dass man damit arbeiten. Den Raspberry kann man verschraubt lassen, wenn man nicht an die MicroSD-Karte möchte. Ich habe während der Arbeitszeit noch ein komplettes Backup der Speicherkarte gemacht. Falls diese irgendwann mal einen Defekt hat, kann ich das System ohne Probleme wiederherstellen. Mehr dazu unterhalb dieser Anleitung.

Raspberry Pi

Der Vollständigkeit halber noch die Unterseite des neuen Funkmoduls.

Funkmodul Unterseite

 

Lötarbeiten

Zuerst muss der Draht, welcher die alte Antenne darstellt, entfernt werden. Dazu erhitzt man einfach den Lötpunkt von oben und zieht den Draht nach unten weg.

Im Anschluss sollte man sich eine Stelle auf der Abdeckung des Funkmoduls schaffen, an welcher das Lötzinn für die neue Antenne gut haftet. Das steht am besten mit einem kleinen Schraubendreher oder Messer. Ich habe dafür einfach den Torx zum öffnen des Gehäuses genommen. Auf die Stelle kann man dann schon mal etwas Zinn aufbringen, dass macht die Arbeit leichter.

Nun wird das Pigtail zuerst an den Lötpunkt der alten Antenne angelötet. Danach wird die Schirmung über die Abdeckung des Funkmoduls ans Masse angeschlossen. Hierfür ist es am einfachsten den Lötpunkt auf dem Gehäuse zu erhitzen und dann direkt das bereits verzinnte Endstück des Kabels von oben auf den Punkt zu drücken. Dies sollte mir einer nicht allzu feinen Spitze gut klappen.

Pigtail angebracht

 

Montage

Nach den Lötarbeiten muss alles wieder zusammengebaut werden. Die Länge des Pigtails eignet sich optimal zur Verlegung in einem Bogen zur Rückseite der Zentrale, wo auch die restlichen Anschlüsse liegen. Hierfür muss eine kleine Stelle aus dem Kunststoff entfernt werden, damit hier das Kabel ohne Beschädigung durchgeführt werden kann. Dies kann man mit einem Cutter vorsichtig rausschneiden.

Gehäuse bearbeitet

Nun wird das Kabel einfach in einem Bogen nach um die Platine des Funkmoduls gelegt und wieder auf den Raspberry gesteckt. Das Ende des Pigtails steckt man durch ein Loch in der Gehäuserückseite. Hierfür bohrt man in der passenden Flucht einfach mit einem 6,5mm Bohrer ein Loch an der Rückseite. Das Anschlusskabel kann man nun zusätzlich noch in die Führung des alten Antennenkabels verlegen. Dadurch hat man eine schöne Halterung für das neue Kabel.

Wo ich gerade dabei war, habe ich der Zentrale auch einen USB-Stick spendiert. Auf diesem legt die CCU dann Dinge wie Diagramme und andere gespeicherte Daten ab. Hier habe ich einfach nach einem möglichst kleinen Stick von SanDisk Ausschau gehalten. 16GB sollten für die paar Datenpunkte mehr als genug sein. ;)

 

Backup / SD Image

Wie oben schon gesagt, habe ich während des Umbaus noch ein Image von der MicroSD-Karte gemacht. Auf dieser befindet sich ab Werk auch das komplette System der Zentrale. Damit ich dies einfach wieder herstellen kann habe ich die komplette Karte gesichert. Ich traue keinen SD-Karten, diese gehen oft kaputt und so bin ich auf der sicheren Seite.

Das Backup habe ich einfach mit dd auf dem Mac gemacht. Vor dem Backup sollte man mit sudo -s die erforderlichen Rechte holen. Ansonsten kann das Backup fehlschlagen. Mit diskutil list kann man sich zuerst den Mountpunkt der SD suchen, in diesem Fall z.B. /dev/rdisk4. Danch einfach mit folgendem Befehl das Image erstellen:

dd if="/dev/rdisk4" of="/Users/username/Desktop/CCU3.img" bs=1m

 

Fazit

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden! Alle Geräte sind erreichbar und auch die letzten Wandschalter konnten endlich angelernt werden. Der Umbau ist sehr einfach und mit knapp 10€ sehr günstig! Seither habe ich keine Meldungen mehr in der Zentrale, dass diese Kommunikationsstörungen zu verschiedenen Aktoren/Sensoren hat. Ich kann jedem, der Empfangsprobleme hat, nur raten zuerst eine bessere Antenne anzubringen. Für sehr große Gebäude oder weite Flächen bleibt dann vielleicht dennoch ein LAN-Gateway als Ergänzung, der Wechsel der Antenne schadet aber in keinem Fall.

CCU3 keine Warnungen

Der positive Nebeneffekt bei einem Umbau für mich ist natürlich auch, dass Antenne nun außerhalb des Schranks stehen kann. Der magnetische Füß ist recht stark, so dass diese auch an der Seite gut haften würde.

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Kommentare 1

Mexico67

Mexico67

#1 - 08 Nov 2018

Hallo Daniel,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Umbau der CCU3. Habe lange überlegt, ob ich was schreiben soll, da der Umbau ja den gewünschten Effekt ( Reichweitenerhöhung ) gebracht hat. Wenn doch noch eventuell irgendwo Empfangs- und Sendeschwierigkeiten auftreten sollten, dann den Vorschlag mit einer Mantelwellensperre (also Pigtail-Antennenkabel mit ca. 3 Windungen durch einen runden Ferritkern ziehen) aufgreifen. Dadurch entstehen weniger Empfangsstörungen für die CCU3.
Viele Grüße Mexico67 Richard