Netzwerkschrank - Aufbau und Anschluss

Installation Heimnetz (LAN)

Für mich persönlich ist eines der wichtigsten Dinge in meinem Haus das Netzwerk. Ich brauche überall Anschlüsse, ob nun für Endpunkte, TVs, Mesh, Kameras, Bridges oder auch nur Telefone. Darüber wird sehr viel geschaltet werden. Das ganze Netzwerk wurde auf Cat.6a ausgelegt, die Kabel bieten aber noch Reserven für Cat.7a und darüber hinaus. Sollte also für ein paar Jahre reichen. ;)

Da es langsam aber sicher an den Endausbau geht stand für mich als nächstes der Netzwerkschrank auf der Liste. Auch in meinem alten Haus hatte ich schon einen Schrank von Digitus und war damit sehr zufrieden. Also stand für mich schon schnell fest, dass ich wieder einen Schrank dieser Marke nehmen wollte. Einzig in Größe und Ausstattung konnte ich mich nicht gleich festlegen. Ich habe mich dann aber für einen 600x600cm Format entschieden in einer Höhe von 26HE, weil das mit der Dachschräge noch sehr gut auskam. Außerdem war mir wichtig, dass man die Seiten- und Fronttür leicht entfernen kann, um später gut daran zu arbeiten. So ist es dann der Digitus Professional Unique Line 26HE (DN-19 26U-6/6-1) geworden. Ein weiterer Pluspunkt für mich war, dass der Schrank nach oben zu allen Seiten komplett offen ist, und nicht wie viele andere Schränke nur ein paar Lüftungsschlitze hat. Somit kann die die warme Luft besser abgeführt werden. Falls es dann wirklich doch mal zu warm werden sollte ist im oberen Teil noch eine Lüftereinheit (DN-19 FAN-2-N / DN-19 FAN-4-N) eingesetzt worden. Diese ist Temperaturgesteuert und schaltet sich selbstständig ein/aus.


Anschluss

Der schwierigste Teil ist ja immer, die ganzen Kabel erstmal zu bändigen. Das übliche Problem also. Ich habe im und um das Haus insgesamt 32 Kabel verlegt. Diese habe ich im Schrank unten im Boden erst in einer Schlaufe gelegt und dann nach oben zum Patchpanel geführt. Bis ich die für mich beste Position gefunden hatte habe ich aber 2-3 Anläufe gebraucht. Nun liegen die Kabel von der rechten Seite aus kommend und geben dann zum Panel. Somit kann die USV noch hinter den Kabeln bequem auf der Schublade (DN-19 KEY-2U) stehen. Aufgelegt wurden die Kabel bei mir auf Keystones (DN-93615) in einem modularen Trägerfeld (DN-91424). Einfach, weil mir das Prinzip besser gefällt und man ggf. leichter an einzelne Stellen kommt.

An den Netzwerkdosen im Haus habe ich ebenfalls auf Keystones gesetzt, allerdings dort aufgrund mangelnder Verfügbarkeit auf komplette Dosen von Telegärtner mit AMJ-S Modulen. Diese bekommt man zu angemessenen Preisen als Einzel- als auch Doppel-Dosen Set. Man muss aber aufpassen, in normalen Installationsdosen ist schwer bis unmöglich diese Dosen zu verwenden. Ich habe im Haus überall wo Netzwerk vorgesehen war nach oben offene Installationsdosen. Dort war die Installation kein Problem. Allerdings hatte ich den Trockenbauwänden schön so meine Probleme diese unterzubringen.

Stromversorgung

Im Schrank selbst liegt eine fünfadrige Zuleitung, welche direkt vom Verteiler im Hausanschluss kommt. Somit habe ich drei separat abgesicherte Phasen, welche ich in Zukunft komplett nutzen kann. Außerdem habe ich einen Erdungsanschluss. Aktuell ist nur eine Phase direkt an eine Überspannungs-geschütze Steckdosenleiste (DN-95407) angeschlossen. Diese ist ganz unten im Schrank positioniert und dient nur zum Anschluss aller bei Stromausfall nicht relevanten Geräte. Also Dinge wie Switches, USV, Lüftung, Beleuchtung etc.

Ganz zufällig bin ich sehr günstig an eine APC Back-UPS 500VA gekommen. Das war eigentlich nicht geplant, aber für den Preis konnte ich diese einfach nicht stehen lassen. ;)

Somit habe ich jetzt also eine USV. Diese steht wie schon erwähnt einfach unten im Schrank. Daran angeschlossen sind zwei weitere geschützte Steckdosenleisten, welche jeweils hinter den oberen Fachböden (DN-97614) angebracht sind. Hier werden dann die zentralen Systeme wie z.B. NAS und NVR angeschlossen. Dadurch bleiben diese Geräte dann bei kurzen Stromausfällen weiterhin versorgt. Leider hat meine kleine USV aber keinen USB-Ausgang womit ich die Geräte bei einem Ausfallen kontrolliert herunterfahren kann. Aber es reicht ja schon, wenn ich kurze Ausfälle im Haus überbrücken kann. Rein rechnerisch sollte eine halbe Stunde Ausfallzeit überbrückt werden können.

Technik

Immer, wenn ich im privaten Bereich nach Netzwerk-Technik gefragt werde, lautet meine erste Antwort: TP-Link! Meiner Meinung nach für den Preis unschlagbare Hardware. Ich setze diese schon seit vielen Jahren ein, nachdem ich auch mit bekannten Namen wie HP und Netgear meine Probleme hatte. Ich setze drei Switches von TP-Link ein. Ein 24-Port (TL-SG1024) und ein 16-Port (TL-SG1016) Gigabit Switchs für die meisten Geräte. Zwei Switches einfach, weil es günstiger in der Anschaffung ist und man im Zweifel bei einem Ausfall noch eine Redundanz im Haus hat. Außerdem ist noch eine 8-Port PoE Switch (TL-SG1008PE) im Einsatz, welche ein eigens Netz für die Überwachungskamera bildet.

Verkabelung

Für die Patch-Kabel habe ich mich bei LogiLink eingedeckt. Die Preisspanne bei solchen Kabeln geht ja sehr weit auseinander. Meiner Meinung nach teils völlig übertrieben oder wirklich ganz billiges Zeug, welchem ich nicht über den Weg traue. LogiLink ist ja aber nicht allzu unbekannte und ich habe auch schon mit deren Keystones gearbeitet. Also habe ich davon jede Menge bunter Kabel bestellt.

Die Kabel habe ich für mich nach Folgendem Muster verteilt:

  • rot: Kamera, Sicherheit, PoE
  • blau: Netzwerkrelevante Verkabelung, Uplinks, Zentralen, etc. im Schrank
  • gelb: Normale Netzwerkanschlüsse im Haus

Für mein Kabelmanagement habe ich mich für Durchführungen mit Abdeckungen und Lamellen (DN-97616) entschieden. Allgemein finde ich das auch nach wie vor gut, nur leider hat mich das in der Praxis nicht völlig überzeugt. Die Käfige sind etwas zu tief für meinen Geschmack. Wenn man vor dem Schrank steht und von oben drauf schaut kann man kaum noch etwas von den Switches oder Anschlüssen erkennen. Diese nehmen einfach sehr viel Sicht. Ansonsten aber solide und für den Monk in mir ausreichend.

Außerdem habt ich mir noch Kabelführungsbügel von Rittal (DK 7112.000) bestellt, um die Kabel an der Seite im Schrank lang zu führen. Ich wollte diese nicht an der Vorderseite liegen haben. Passende Bügel für die Stelle im Schrank zu finden war nicht einfach, da hier zum einen wenig Platz in der Tiefe ist und die Löcher für die Käfigmuttern etwas ungünstig sitzt. Daher musste ich für die Rittal-Lösung leider etwas mehr Geld ausgeben. Hat sich aber gelohnt, jetzt sitzen die Kabel gut an der Seite. Außerdem hat man durch das 10er-Paket noch Reserven für die Zukunft.

Licht (unwichtig)

Da ich schon mehrmals darauf angesprochen wurde: Ja, der Schrank ist beleuchtet. ;)

Es ist doch etwas dunkel in dem Raum und wie schon weiter oben erwähnt, werfen die Kabelführungen durch die große Tiefe viel Schatten auf die unteren Geräte. Somit habe ich mir ein kleine LED Lampe eingebaut. Allerdings keine echte "Rack-Beleuchtung", wie man sie für viel Geld kaufen könnte, sondern einfach eine Unterschrank-Lampe und ein paar Kabelbinder. Vermutlich eher für die Küche gedacht macht sie auch im Schrank ausreichend Licht für kleines Geld.


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